Zu Gast im Eduard’s

Der Vormittag neigt sich langsam seinem Ende zu, Kaffeeduft und ein Hauch von aufgeschäumter Milch liegen in der Luft, vom Nebentisch klingt Lachen durch den ganzen Raum und das Mittagslicht bahnt sich seinen Weg bis zum Barbereich. Man kann gar nicht sagen, wann das Eduard’s seine beste Stimmung hat, jede Stunde hat irgendwie etwas Besonderes. Die Tagesbar im Herzen des Dorotheen Quartiers ist nach dem Gründer Eduard Breuninger benannt – und ihm hätte es hier mit größter Wahrscheinlichkeit ziemlich gut gefallen.

„Die Gäste kommen in Wellen, immer ist was los – die Stimmung ist mal geschäftig, mal gemütlich“, erzählt Timo Kretschmer, der das Eduard’s seit seiner Eröffnung 2017 führt. Timo, der Chef, muss an diesem Tag für eine Kollegin einspringen und so verlagert sich unser Gespräch durch den ganzen Raum: „Wir haben tolle Stammgäste, vormittags kommen viele auf ein zweites Frühstück oder nutzen das Eduard´s für einen kurzen Moment als „Rückzugsort“, Mittags sind wir die Anlaufstelle für den Kaffee danach und Nachmittags der Ruhepol zwischen Shopping und Feierabend.“
Seit 2007 ist Timo im Gastgewerbe. Nach Stationen in der Traube Tonbach in Baiersbronn, Heilbronn und Bonn, ist Stuttgart seine erste größere Stadt.

Er wirbelt durch das Eduard’s – gerade kam ein Gast, den er freudig begrüßt und mit dem er ein paar Worte wechselt. Die Atmosphäre ist locker und die Stimmung familiär – als wäre man bei Freunden. Sekunden später steht er schon vor der Kaffeemaschine. „Am Anfang waren die Arbeitszeiten ungewohnt für mich. Ich mache jetzt immer die Frühschicht“, erzählt er und man glaubt ihm, dass das Dorotheen Quartier gemeinsam mit ihm, seiner Siebträgermaschine und frischen Röstaromen erwacht.

Ein Tisch mit Freundinnen hat Kaffeedurst und Timo kümmert sich sogleich um die Erfüllung ihrer Wünsche. „Das bei weitem beliebteste Getränk unserer Gäste ist der Cappuccino“, lacht er. „ Wir machen schon Scherze darüber und wetten, dass zwei von drei Gästen einen ordern.“ Wer Hunger hat, kann sich zwischen vielen feinen Leckereien entscheiden: Croissants, Tatar mit Toast und Gürkchen, belegte Brötchen, köstliche Sandwiches und sogar Pancakes hat das Eduard’s für den kleinen Snack zwischendurch im Angebot.

Und schon verwandelt die Nachmittagssonne den Platz vor dem Eduard’s in eine Bühne. Durch die große Glasfassade fühlt man sich als stiller Beobachter einer Aufführung, die sich sekündlich ändert. Die Menschenströme wandeln sich von Shoppern zu Flaneuren, die durch das Quartier schlendern. Sie genießen die letzten Sonnenstrahlen und lassen sich gerne nieder. Für einen kurzen Besuch und ein Getränk ist schließlich immer Zeit.

Am Abend ist die große Zeit der Weißweinschorle. Die Tische vor dem Eduard’s verwandeln sich vom Kaffee-Hotspot in den Ausgangspunkt eines unvergesslichen Abends. „Die Weinschorle ist der Cappuccino des Abends“, schmunzelt Timo, der selbst gerne Gimlet, Bier und natürlich Gin trinkt. „Wir haben sogar einen eigens für uns kreierten Gin im Angebot.“ Der würzige Gin ist in einer Kooperation mit Fürst Hohenlohe Öhringen und dem Eduards’s entstanden und hat eine frische und zitronige Kopfnote. „Wir haben das Rezept und die Botanicals selbst mitentwickelt“, erzählt Timo, der gerne neue Drinks ausprobiert. Das sieht man auch: Der Barbereich erzählt von unzähligen Momenten des Beisammenseins, von kreativen Signature Drinks und spannenden Variationen des Nachtlebens.

Vor dem Eduard’s füllt sich die Terrasse, die Stimmung ist ausgelassen, die Nacht hat viele Versprechungen und die Abendsonne tut ihr übriges. „Um diese Zeit herum sind wir ein gern frequentierter Treffpunkt für den Beginn der Nacht“, sagt Timo und plaudert und über seine Lieblingsorte im Dorotheen Quartier: „Ich kaufe gern Bücher bei Hugendubel und besorge mir Lebensmittel bei HIT, bevor ich nach Hause aufbreche.“ Sein Weg nach Maulbronn führt den leidenschaftlichen Gastronomen auch an anderen Szenebars der Stadt vorbei. „Durch meine Arbeit kenne ich total viele Leute aus der Gastro-Szene. Privat trifft man mich öfters im Purple Room, der Schwarz-Weiß-Bar, im Jigger and Spoon oder im Paul & George.“

Wo auch immer er unterwegs ist – die Stammgäste und Freunde des Eduard’s sind nicht fern: „Ich freue mich immer, wenn ich bekannte Gesichter treffe – Stuttgart ist eben doch eine besondere Community.“ So ist das Leben im Dorotheen Quartier: Immer ein wenig familiär wie eine vertraute Nachbarschaft und doch offen wie ein urbanes Viertel, dessen Publikum nach immer weiteren Zugaben fordert.

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