Photography & Fashion Film‘ steht in ihrem Absender. Ebenso gut könnte dort aber ‚Stilbildernin & Provokateurin‘ stehen, ‚Inszenierungs-Künstlerin & Aushängeschild eines anderen Stuttgart‘. Eine Begegnung mit Monica Menez.

Wenn man Monica Menez nach der bevorzugten Reaktion auf ihre Bilder und Filme fragt, muss die international erfolgreiche Künstlerin nicht lange überlegen: „Wie kommt man denn auf so was?“ Ihre Lieblings-Resonanz. Der Betrachter darf gerne die Aussage ihrer Arbeiten verstehen – aber am liebsten ist es ihr, wenn man sich über den Ursprung der Idee wundert. Wie man auf so was kommt? Vielleicht indem man seiner Leidenschaft folgt?

 

 

Schon als Teenager hat Monica Menez Mode dokumentiert. „Immer wenn ich mir Schuhe gekauft habe, habe ich die fotografiert.“ Ganze Alben hat sie damit gefüllt. Und sich und ihre kleine Schwester gestylt, geschminkt, portraitiert. Puppen hat sie dagegen gehasst. „Ich bin nicht so der Mädchentyp“. Menez ist eher der Menschentyp.

Früh war klar, dass sie etwas Kreatives machen will. „Ich hab mich für Modedesign interessiert, aber ich hasse nähen. Ich fand Grafik spannend, aber ich konnte nicht malen.“ Am Aufnahmetest einer Grafikschule scheiterte sie glorreich – aber Fotografie war Teil der Prüfung. „Und das Tolle war, dass ich dort alle Sachen, die mich interessierten, vereinen konnte: Modedesign, Bewegung, Menschen, Styling.“ Es war Liebe auf den ersten Blick.

„Fotografie hat mich nie gelangweilt. Bis heute nicht“. Und trotzdem ist sie ihr untreu geworden. Ist Filmemacherin geworden. Nicht nur, aber auch. Seit 2010 dreht Monica Menez viel umjubelte Fashion Filme. Ganz aktuell: „Bello“.

„ICH BIN WEG VON HYPER-SEXY.“

Eine Boulevardzeitung schrieb mal ‚Die neckischen Bilder von Monica Menez‘. Ein Missverständnis. „Ich bin weg von hyper-sexy,“ sagt sie, „sexy Bilder finde ich nur ätzend“. Da macht sie einen feinen Unterschied: das subtile Augenzwinkern ja, aber nicht die plumpe Provokation. Welches Adjektiv sie ihren Arbeiten geben würde? „Grafisch. Und ironisch“. Eine Ironie, die offensichtlich nicht mehr misszuverstehen ist: ihre Bilder waren im New York Times Magazine und wurden vielfach ausgezeichnet, ihre Filme machen weltweit Furore. 

Gerade wurde ihre Kampagne für Sophia Webster von Harper’s Bazaar zu einer der „Best Ads of Spring 2017“ gewählt. Trotzdem bleibt Monica Menez bescheiden, trotzdem bleibt sie hier, wo sie arbeitet und lebt. „Ich brauche kein London oder Paris“. Ihre Lieblingsstadt: Stuttgart. Ihre Lieblingsfarbe unübersehbar schwarz. Gleichzeitig hasst sie die Monotonie. Was sie liebt, ist Vielfalt. Auch beim Shopping. Die unterschiedlichsten Stile und Inspirationen.

„STUTTGART IST MEIN WOHNZIMMER“

„Es passiert ja was in Stuttgart“, sagt sie über ihre Heimatstadt. An Inspiration jedenfalls wird es ihr künftig hoffentlich nicht mangeln. Wenn Modelabels ins Dorotheen Quartier ziehen, die es in dieser Form in ihrem „Wohnzimmer“ noch nicht gab.

Dafür wird der Stilmix mit Labels wie Tara Jarmon, Rich & Royal, Zadig & Voltaire, American Vintage, IKKS oder Tiger of Sweden schon sorgen. Dazu klassischere, aber nicht weniger spannende Shops von Gant, Peak Performance und Suit Supply über Hallhuber, Woolrich bis hin zu Scotch & Soda und Diesel.

Es bleibt also spannend in Stuttgart. Auch bei Monica Menez: „Mir fallen immer ganz viele kleine skurrile und seltsame Sachen ein.“ Sachen, um dieses Gefühl auszulösen und diese Frage in den Raum zu werfen: „Wem bitteschön fällt so etwas ein?“ Die Antwort ist: ihr – Monica Menez.

Fotos: Monica Menez
www.monicamenez.de

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