Der IKKS-Store im Dorotheen Quartier zeigt aktuelle Kindermode. Und setzt damit eine Tradition fort, die vor über 100 Jahren in Stuttgart geschrieben wurde. Ein Kinderanzug eroberte damals die deutsche Modewelt. Sein berühmtester Träger trägt ihn noch heute.

Willy Brandt hat ihn getragen. Die späteren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und Karl Carstens sowieso. Henri Nannen, Heinz Rühmann und sogar Beate Uhse rannten als Kinder in ihm über den Spielplatz. Die Wiener Sängerknaben treten heute noch in ihm auf. Bis in die 1930er Jahre war er der Inbegriff der Kindermode. Es gab ihn als Knabenanzug. Und – seltener – in einer Kleid-Version für Mädchen. Die Mütter fanden ihn praktisch, den Vätern gefiel der adrette Schnitt für ihre Kleinen.



Und er hat viel mit Stuttgart zu tun.

Die Rede ist vom Matrosenanzug, der Kinderkleidung schlechthin im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Erfunden wurde er zwar nicht in der Schwaben-Metropole. Dafür wurde er hier perfektioniert. Die Stuttgarter Firma Bleyle stand über Generationen in ganz Deutschland fast synonym für dieses Kleidungsstück.

Angefangen hat alles aber ganz woanders. Im Jahr 1862 erhielt der spätere Kaiser Wilhelm II., damals gerade drei Jahre alt, von seiner Großmutter, der Queen Victoria, ein Geschenk. Es handelte sich um einen Matrosenanzug in einer Miniaturversion für Kinder. Für die Briten war die Marine Grundlage ihres Wohlstands, der Mastrosenanzug drückte den Stolz der Nation auf die „Beherrscherin der Wellen“ aus.

Wieso wurde der Matrosenanzug so schnell so erfolgreich? Er stand – wie die Marine selbst – für technischen Fortschritt. Und für moderne Kinderkleidung – so wie man sie heute bei IKKS finden kann. Kinder mögen Outfits, die sich am Kleidungsstil der Erwachsenen orientieren. Moderne Prints, Lederjacken und tolle Jeanskleider bietet der IKKS Store im Dorotheen Quartier an. Nichts anderes war der Matrosenanzug vor 100 Jahren.

Ein dritter wichtiger Erfolgsfaktor des Matrosenanzugs war aber der Stuttgarter Kaufmann Wilhelm Bleyle, der das blau-weiße Kinder-Outfit massentauglich machte. Statt Einzelfertigungen aus bestem Tuch fertigte Bleyle bezahlbare und gleichzeitig robuste Kinderkleidung, die den Vorteil hatte, mitwachsen zu können. Der maschinell gestrickte Anzug war günstig, hielt lange und galt als gesund.



Das Praktische an den Strickmodellen: man konnte Hosen und Oberteile für die Kinder verlängern. Wer „Anstricken“ wollte, konnte Anleitungen und Wolle bestellen. Von Müttern geschätzt waren auch die abknöpfbaren Kragen – so konnte man sie gesondert waschen.

Im Deutschland der 1930er Jahre hatte sich der Matrosenanzug irgendwann überlebt. Daran konnte auch sein berühmtester Träger nichts ändern: Donald Duck. Der Enterich aus der Disney-Familie hatte im Juni 1934 seinen ersten Auftritt als Bewohner eines hölzernen Hausboots im Kurzfilm „The Wise Little Hen“ – damals schon im blau-weißen Oberteil und ohne Hose.

Auch heute wird der Matrosenanzug immer mal wieder als Zitat in Mode-Kollektionen aufgenommen, seine beherrschende Rolle hat er aber längst verloren. Kindermode ist heute völlig anders: weniger Uniform, mehr Vielfalt. Farbenfroh und individuell. Tolle Prints. 

Wer moderne Kindermode erleben möchte, ist im Dorotheen Quartier an der richtigen Stelle. Im IKKS-Store gibt es aktuelle Kinderkleidung für nahezu jeden Anlass. Lassen Sie sich überraschen!

 

„Donald Duck – ohne Matrosenanzug gar nicht vorstellbar.“

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