„Die Liebe höret nimmer auf“ – so steht es über dem Eingangsportal der Grabkapelle. Die Geschichte dazu ist facettenreicher, als man vermutet. An den Hängen des Württembergs werden Weine gekeltert, die an „William und Kate des 19. Jahrhunderts“ erinnern. Pünktlich zum Weindorf gibt es diese Weine auch im Dorotheen-Quartier.

Es gibt Menschen, die nennen die Grabkapelle hoch über dem Neckar das „schwäbische Taj Mahal“. Württembergs erste König, Wilhelm I., ließ sie dort erbauen, wo einst die Stammburg der Württemberger stand. Nun wissen wir: nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Das indische Grabmal wurde aus reiner Liebe eines Königs zu seiner Frau errichtet. Im ewigen Liebesschwur über dem Portal der Grabkapelle aber klingt das schlechte Gewissen als dumpfer Unterton mit. Denn ganz unschuldig war Wilhelm I. am Tod seiner Gattin nicht. Wie es sich für einen Regenten seiner Zeit gehörte, war Wilhelm zwar mit der Zarentochter Katharina glücklich verheiratet. Das hinderte den König allerdings nicht, sich anderweitig umzuschauen. Katharina ging es so, wie Lady Diana 180 Jahre später: sie führte – ungewollt – eine „Ehe zu dritt“. So wie Prinz Charles mit seiner Camilla war auch Wilhelm nicht zu bewegen, sein Verhältnis mit der italienischen Adligen Blanche de la Flèche (Baronin Keudelstein) zu lösen. An einem eisigen Januartag des Jahres 1819 fuhr Katharina, nur mit einem dünnen Gewand bekleidet, den beiden ins königliche Gestüt Scharnhausen nach. Dabei holte sie sich eine Lungenentzündung, an der sie wenige Tage später mit gerade einmal 30 Jahren verstarb.

Nur drei Jahre hatte die Ehe von Wilhelm und Katharina gedauert. Und doch hat die junge Königin einiges bewegt: das Katharinenhospital, heute das größte Krankenhaus der Region, geht auf sie zurück, ebenso wie das Katharinenstift, eine 1818 gegründete Eliteschule für Mädchen. Um den unteren Gesellschaftsschichten eine Möglichkeit zur Vermögensbildung zu bieten, hat sie die Württembergische Landessparkasse ins Leben gerufen. Und auch ihr Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg existiert noch heute.

Unterhalb des Württembergs, mit dem direkten Blick auf die Grabkapelle, wachsen Trauben, die die Winzer im Collegium Wirtemberg im Gedenken an das Herrscherpaar zu zwei außergewöhnlichen Weinen reifen lassen. Da ist einmal der Riesling „Katharina“, ein mehrfach prämierter, fruchtig spritziger Riesling aus alten Reben mit Aromen von Pfirsich, Ananas und reifen Äpfeln. Dazu der trockene Trollinger „Wilhelm“, ebenfalls aus besten Lagen mit alten Reben. Dunkle Früchte wie Cassis und schwarze Kirschen unterstreichen die würzige Note dieses saftig-beerigen Weins.

Wer nicht das Herrscherpaar, sondern die Grabkapelle als Ganzes in den Mittelpunkt stellen möchte, kann das Weinduett um „Salucci“ zur Troika „Monarchie!“ erweitern. Die Rotwein-Cuvée erinnert an den Architekten, der die Grabkapelle in den Jahren 1820 bis 1824 im Auftrag Wilhelms I. errichtet hat.

Der besondere Tipp: Zum Weindorf 2018 gibt es die Weine „Wilhelm“ und „Katharina“ im Dorotheen-Quartier. Das Restaurant Nesenbach schenkt sie aus – und verlängert damit das Weindorf um ein paar entscheidende Meter. Genießen Sie diese einzigartigen Tropfen von den Hängen am Württemberg!

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